Das Projekt widmet sich einem der bedeutenden kulturellen Themen Europas:

der Idee der »Idealen Stadt«. 40 Künstler reflektieren und kommentieren diese Idee

in zwei europäischen Städten, die heute noch als Idealstadtplanungen klar erkennbar

sind.

Seit der Renaissance haben sich bildende Künstler immer wieder intensiv mit der Idee

der »Idealen Stadt« befasst, auch wenn diese Städte nur in den seltensten Fällen zu

gebauter Architektur wurden und somit »Unsichtbare Städte« blieben.

Diese Auseinandersetzung zieht sich durch die Kunstgeschichte bis hin zu Constants

»New Babylon« Projekt oder etwa den Arbeiten der Archigram Gruppe in den 1960er

Jahren.

Die Idee der Idealen Stadt war immer mit der Frage verbunden, wie die Welt am

besten einzurichten wäre. Daher entwickelte sich das Nachdenken über die Form

der idealen Stadt häufig parallel zu den politischen – gesellschaftlichen Utopien.

Das auffällige Desinteresse am Thema »Ideale Stadt« ist sicher auch im

Totalitarismusverdacht begründet, unter dem Utopien mittlerweile allgemein zu

stehen scheinen. Nach geometrischen Gesetzmäßigkeiten, meist in Form orthogonaler

Raster geplant, verstehen sich die Idealstädte als Zeichen und Ausdruck der Rationalität

des Menschen. Die Nutzung des Rasters für den Stadtgrundriss fand häufig Ihre

Fortsetzung auch in den einzelnen Bauten, deren Fassaden und Bauformen immer

gleiche Grundmodule variieren.

Ideal City – Invisible Cities wird mit einer Reihe von internationalen Partner und

40 Künstlern aus 12 europäischen und 6 nicht-europäischen Ländern realisiert.

Es erscheint ein umfangreicher Katalog und begleitend werden sich 2 Symposien dem

Thema widmen. In den beiden Städten sollen jeweils rund 20 Arbeiten im öffentlichen

Raum gezeigt werden, die sich mit dem konkreten Stadtraum und den spezifischen

architektonischen oder historischen Gegebenheiten auseinandersetzen, zum größten

Teil ortsspezifische Arbeiten die für die Ausstellung neu geschaffen werden.

Neben dem Stadtraum sollen öffentliche und halböffentliche Innenräume wie Höfe,

Passagen, Historische Museen, Synagogen, Kirchen oder aufgelassene Gebäude in

den Parcours der Installationen einbezogen werden. Den zweiten Teil des Projektes

bildet eine mehrteilige Ausstellung, die die wesentlichen Aspekte des Themas

umkreist. Wie die künstlerischen Interventionen im Stadtraum wird auch die

Ausstellung dezentrale Spielorte nutzen, die allerdings alle in fußläufiger Nähe

voneinander liegen.

Künstler: Tarek Al-Ghoussein, Francis Alÿs, Carl Andre, Archigram, Colin Ardley,

Tim Ayres, Mirosław Bałka, Daniela Brahm, Pedro Cabrita Reis,

Rui Calçada Bastos, Brian O’Connell, Constant, Jonas Dahlberg, Tacita Dean,

Jarosław Fliciński, Carlos Garaicoa, Dan Graham, George Hadjimichalis,

Rula Halawani, Franka Hörnschemeyer, Craigie Horsfield, Katarzyna Józefowicz,

Jakob Kolding, Ola Kolehmainen, Lucas Lenglet, Sol LeWitt, Teresa Murak,

David Maljković, Gerold Miller, Matthias Müller, Daniel Roth, Albrecht Schäfer,

Kai Schiemenz, Les Schliesser, Melanie Smith, Monika Sosnowska, David Tremlett,

Anton Vidokle, Lawrence Weiner, Krzysztof Zieliński, Tilman Wendland.

Ideal City – Invisible Cities wird kuratiert von Sabrina van der Ley und

Markus Richter, European Art Projects.